Unsere Dorfschule – Ein Drehbericht

Mit Schulbeginn nach den Sommerferien ist Drehstart für „Unsere Dorfschule!“. Die GS Klixbüll kennt uns schon und die Kinder finden es cool, vom Filmteam begrüßt zu werden. Wir sind mal wieder baff wie offen, entspannt und freundlich hier die Atmosphäre ist. Eine große Wohngemeinschaft mit Hühnerstall und Schulschafen neben Mathe und Lesen.

Wir haben viel vor!

Wir drehen fürs Kino und eine eigene Tournee mit dem CineMobil über die Dörfer in Schleswig-Holstein.

Gelingende Dorfschulen wollen wir porträtieren, solche, die ihre Dörfer lebendig erhalten. Viele Dorfschulen werden geschlossen, Tendenz steigend, und ein Dorf ohne Schule ist eine traurige Angelegenheit. Ohne einen Platz, an dem Kinder lernen können, verliert das Dorf seine Zukunft. Junge Familien werden hierher nicht ziehen und viele Kommunen sind doch aber auf Zuzug angewiesen. Wir haben kleine Schulen gefunden, die so gut sind, dass sie für Zuzug in die Gemeinde sorgen und so ihre Dörfer retten.

In Klixbüll ist es sogar so, dass durch die Schule und um die Schule herum ein neues Dorfzentrum entsteht. DörpsCampus heisst das auf Nordfriesisch – na ja, eigentlich ist das Platt – und da sind nicht nur die Schul-und KindergartenKinder, sondern auch die Freiwillige Feuerwehr, der Skatclub, die Offene Ganztagsschule und überhaupt fast alle Dörflichen Veranstaltungen. Die Gemeinde hat seit ein paar Jahren kein Gasthaus mehr und einen Dorfplatz hat es hier in diesem Straßendorf nie gegeben, insofern war der Neubau dieses DörpsCampus eine ziemlich geniale Idee von Schulleitung und Gemeindevertretung.

Hildehuhn

Das ist Hilde, das stolze Schulhuhn im Schulwald Klixbüll. Im Moment noch im Ferienquartier beim stellvertretenden Schulleiter Herrn Ostmann. Auch die Schafe sind noch auf Urlaub , kommen aber demnächst wieder auf die Schulweide und werden dann dort von den Kindern versorgt. Und heute haben wir erfahren, dass Schülerinnen gelegentlich mit dem Pferd zur Schule reiten! Krass! Pippi Langstrumpf lässt grüßen. Das wollen wir natürlich in unserem Film sehen! Dafür stehen wir dann auch um halb 5 Uhr morgens auf – was richtig hart ist! – um rechtzeitig zum Putzen mit der Kamera im Stall zu sein.

 

 

 

 

Vom Schaf zur Socke – die Kinder in Klixbüll spinnen!

Die ‚Wolle AG‘ an der Offenen GanztagsSchule Klixbüll ist, wie ich finde,  einigermaßen komplex und erfreut sich  – wie wir gestern erleben klixschaf1konnten – großer Beliebtheit. Da wird gehäkelt, gestickt, gewebt, gefilzt und, vor allem, gesponnen und zwar die Wolle von den eigenen Schulschafen.

Die Kinder versorgen ihre Schafe das ganze Jahr über selber und dabei lernt man sich kennen. Wer, wie, in welcher Rangfolge der kleinen Herde steht, wie sich so ein Rang auch mal ändert und warum und was das für das Verhalten von Flocke, Momo oder Lotte bedeutet. Das jedenfalls haben die Kinder vom Schafdienst uns genauestens erklären können und auch müssen, denn wir sind da völlig unerfahren. Im Sommer erleben sie dann die aufregende Schafschur mit, die unter der Regie von Osti, genauer gesagt dem stellvertretenden Schulleiter Herrn Ostmann, stattfindet. Im Herbst-und Winterhalbjahr wird dann ihre Wolle mit Biggi, der Spezialistin für alles Wollige, verarbeitet. Drei Spinnräder und alles was der Wollspezi sonst noch so braucht, stehen in der Schule zum Einsatz bereit. Wir wurden gestern Zeugen der Entstehung eines Teppichs füspinnenr die Ritterburg, eines Pullovers für die neuen Wichtel, die gerade ins Baumhaus eingezogen sind, meliertem Faden in Feuerfarben, sowie einer besonders wuscheligen Mütze, die im Schnellverfahren gezaubert wurde. Wunderbar! Hätte ich beizeiten so einen Zugang zu Schaf und Wolle AG gehabt, wäre mir mein gestörtes Verhältnis zu Stricken und Häkeln sicher erspart geblieben.

 

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